#5von12 Regensburg- ein Tag, der nachwirkt
- vor 2 Tagen
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Der fünfte Stopp der 12in12-Reihe in Regensburg begann an einem dieser Morgen, an denen ich bereits beim Ankommen spürte, dass sich ein besonderer Tag entwickeln würde. Um 8:30 Uhr trafen wir uns am Bismarckplatz, wo sich nach und nach die ersten Läuferinnen und Läufer einfanden, während die Stadt langsam zum Leben erwachte und die Sonne bereits für angenehm milde Temperaturen sorgte.
Nach einer kurzen Begrüßung stellten Sebi Neef und ich uns als Gäste von Klartext Triathlon vor und gaben einen Einblick in unser Projekt #12in12, das wir mit einem klaren Fokus auf den guten Zweck verfolgen. Die Atmosphäre war von Beginn an offen und aufmerksam, ohne dabei überladen zu wirken – vielmehr entstand schnell dieses ruhige, aber spürbare Gemeinschaftsgefühl, das solche Veranstaltungen trägt.

Die erste Runde starteten wir in einer vergleichsweise kleinen Gruppe von etwa 20 bis 30 Personen, wobei sich das Tempo relativ zügig auf eine Pace im Bereich von fünf Minuten pro Kilometer einpendelte, ohne dass dies bewusst forciert worden wäre. Vielmehr ergab sich der Rhythmus ganz natürlich aus der Dynamik der Gruppe, und ich merkte schnell, wie sich Gespräche entwickelten und sich immer wieder neue kleine Konstellationen bildeten.
Die Strecke zeigte sich dabei von ihrer abwechslungsreichen Seite: Immer wieder wechselten sich Abschnitte entlang der Donau mit Passagen durch die Altstadt ab, sodass sich ein fließender Übergang zwischen Natur und urbanem Raum ergab. Besonders prägend waren dabei die immer wiederkehrenden Blickachsen auf den Dom St. Peter sowie die Steinerne Brücke, die den Lauf nicht nur visuell begleiteten, sondern ihm auch eine gewisse historische Tiefe verliehen.

Obwohl die ersten 10,5 Kilometer durchaus zügig gelaufen wurden, entstand zu keinem Zeitpunkt das Gefühl von Belastung im klassischen Sinne; vielmehr verging die Zeit auffallend schnell, getragen von Gesprächen, Eindrücken und einem insgesamt sehr stimmigen Laufgefühl.

Als wir gegen 9:30 Uhr wieder am Bismarckplatz eintrafen, hatte sich das Bild deutlich verändert: Die Gruppe war mittlerweile auf etwa 70 Personen angewachsen, wodurch sich eine neue Dynamik entwickelte. Nach einer erneuten kurzen Vorstellung machten wir uns auf die zweite Runde, die bewusst ruhiger angegangen wurde und sich bei einer Pace von etwa 6:15 Minuten pro Kilometer einpendelte.
Gerade dieser zweite Abschnitt erwies sich im Rückblick als besonders intensiv, da sich durch das reduzierte Tempo mehr Raum für Austausch und Begegnung ergab. Gespräche wurden länger, persönlicher und oft auch unerwartet tiefgehend, während sich gleichzeitig ein gleichmäßiger Bewegungsfluss einstellte, der den Lauf nahezu mühelos wirken ließ.

Die Strecke, die uns bereits aus der ersten Runde vertraut war, gewann in diesem Kontext eine neue Qualität, da sie nun bewusster wahrgenommen werden konnte: Die Donau, die flachen Kieswege, die Weite der Landschaft sowie die erneuten Passagen durch die Altstadt fügten sich zu einem Gesamtbild, das gleichermaßen ruhig und eindrucksvoll wirkte.
Mit der Rückkehr zum Bismarckplatz war schließlich auch der Halbmarathon abgeschlossen, wobei der Moment des Ankommens weniger durch äußere Inszenierung als vielmehr durch ein gemeinsames, stilles Zufriedenheitsgefühl geprägt war. Für mich war deutlich spürbar, dass nicht allein die zurückgelegte Distanz im Vordergrund stand, sondern vor allem das Erleben dieses Laufs in der Gruppe.
Der anschließende Aufenthalt im Lazy Lads Café stellte dabei keinen bloßen Ausklang dar, sondern entwickelte sich zu einem ebenso wichtigen Bestandteil des Tages. Über einen Zeitraum von rund zwei Stunden hinweg setzten sich die Gespräche fort, vertieften sich und führten zu Begegnungen, die weit über den sportlichen Kontext hinausgingen.

Besonders das längere Gespräch mit Marlena blieb mir in Erinnerung, da es in seiner Offenheit und inhaltlichen Tiefe exemplarisch für die Qualität dieses Tages stand. Auch der Austausch zu Triathlon-Themen mit Sebi fügte sich nahtlos in diese Atmosphäre ein und unterstrich noch einmal, wie eng sportliche Erfahrung und persönliche Entwicklung miteinander verknüpft sein können.
Rückblickend ließ sich dieser Tag nur schwer auf einzelne Aspekte reduzieren, da gerade das Zusammenspiel aus optimalen äußeren Bedingungen, einer sehr offenen und engagierten Gruppe sowie einer in sich stimmigen Streckenführung den Charakter dieser Veranstaltung ausmachte.
Ein besonderer Dank gilt dem Running Club Regensburg, insbesondere Samuel, Tim und Gina, die mit ihrer Organisation und ihrem Engagement maßgeblich dazu beigetragen haben, dass dieser Tag in dieser Form stattfinden konnte.
Mit der Rückfahrt nach München beziehungsweise Füssen klang der Tag schließlich ruhig aus, begleitet von dem Eindruck, Teil von etwas gewesen zu sein, das über den einzelnen Lauf hinaus Bestand haben wird.
Die Vorfreude auf die nächste Veranstaltung am 26. April in Füssen ist entsprechend groß.
Euer Klartext




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